Vom Gehörschutz zum Ohrstöpsel

Unser menschliches Gehör vollbringt ständig tolle Leistungen. Im Gegensatz zu unseren Augen muss es sogar während des Schlafs funktionieren, um das Gehirn über mögliche Gefahrengeräusche informieren zu können. Tagsüber oder beim Besuch eines Open-Air-Konzertes dient der Gehörschutz ausschließlich dem Schutz des Gehörs vor Schädigungen durch zu lauten Lärm oder zu laute Musik. Während des Schlafs sorgt der Gehörschutz zusätzlich dafür, dass unser Gehirn sich nicht dauernd über – vermeintlich gefährliche - Geräusche aufregen muss, denen es mit der Ausschüttung von Stresshormonen begegnet. An gesunden Schlaf ist dann nicht mehr zu denken.

Warum ist Gehörschutz bei starker Lärmbelastung wichtig für unser Gehör?

Alle Geräusche, die unser Ohr in verschiedenster Lautstärke erreichen, werden vom Trommelfell an die Gehörknöchelchen im Mittelohr weitergeleitet und von dort an die Gehörschnecke (Cochlea) im Innenohr. In einem komplexen Zusammenspiel sogenannter innerer und äußerer Haarzellen in der Cochlea werden die empfangenen Töne und Geräusche, differenziert nach Lautstärke und Frequenz, in elektrische Nervenimpulse verwandelt und über den Hörnerv ans Gehirn weitergeleitet.

In der Gehörschnecke entsteht ein Problem bei starken Geräuschen. Die Sinneshärchen in der Gehörschnecke sind so empfindlich, dass sie durch eine häufige und längere Beschallung mit einer Lautstärke von 80 Dezibel und mehr irreversibel geschädigt werden können. Das äußert sich in einem verminderten Hörvermögen über das gesamte hörbare Frequenzband oder als ausgeprägte Hörminderung in bestimmten Frequenzbereichen.

Ein effizienter Gehörschutz zum Erhalt des Hörvermögens ist daher wichtig. Ein einfacher, aber dennoch effizienter Gehörschutz ist in Form wiederverwendbarer Ohrstöpsel oder als Ohrstöpsel zum einmaligen Gebrauch erhältlich. Wichtige Merkmale beim Kauf sind die Dämmfähigkeit in Dezibel, die Klangtreue der Dämmung und der Tragekomfort. Interessant sind auch Ohrstöpsel, die für unproblematischen Druckausgleich beim Fliegen oder vor Wasser im Ohr schützen.

Wie kann der Gehörschutz für erholsamen und gesunden Schlaf sorgen?

Gehörschutz in Form von Ohrstöpseln beim Schlaf kann mehr als nur das Gehör vor zu lauten Geräuschen schützen. Er dient dazu, Geräusche und Lärm möglichst klangtreu so zu dämmen, dass unser Gehirn keinen Alarm auslöst und keine Stresshormone ausschüttet, die den Schlaf abrupt beenden. Unser Gehirn betätigt sich auch im Schlaf als Wächter und kontrolliert sämtlichen Schall auf mögliche Gefahrenquellen, ohne dass wir das bemerken und ohne dass wir darauf Einfluss nehmen können. Besonders ungewohnte Geräusche, die unser Gehirn (noch) nicht kennt, erregen seine Aufmerksamkeit.

Wenn unbekannte Geräusche zudem noch laut sind, ist der Adrenalinstoß meist nicht mehr aufzuhalten. Er weckt uns abrupt auf und hindert uns am Durchschlafen. Ohrstöpsel, die im Schlaf getragen werden, dürfen auch in der Seitenlage nicht stören und sie sollten möglichst klangtreu den ankommenden Schall gut dämmen. Die Klangtreue ist nicht nur zur Wahrung des Klangbildes beim Musikhören wichtig, sondern auch im Schlaf, um das Gehirn nicht argwöhnisch werden zu lassen. Das kann passieren, wenn bekannte Geräusche zwar gedämmt werden, aber gleichzeitig in ihrer Klangfarbe verändert werden.

Bei welcher Lautstärke ist ein Gehörschutz zu empfehlen?

Die Angabe von frequenzabhängigen Lautstärken erfolgt in Dezibel (dB (A)) oder (dB (C)). Es handelt sich dabei um eine nach Graham Alexander Bell logarithmierte Hilfsskala für die vom menschlichen Gehör empfundene, frequenzabhängige Lautstärke. Ob bei bestimmten Lautstärken ein Gehörschutz getragen werden sollte, hängt nicht nur von der Lautstärke des Geräusches, sondern auch von der zeitlichen Dauer des Geräuschpegels ab.

Langanhaltende Geräusche über 80 dB können auf Dauer bereits zu einer Hörminderung führen. Aus Gründen der Vorsorge wird in diesen Fällen die Nutzung geeigneter Ohrstöpsel empfohlen. Länger anhaltende oder täglich wiederkehrende Geräusche mit einem Schalldruck von über 90 dB können ungeschützt bereits zu einer irreversiblen Hörminderung führen. Bei Open-Air-Konzerten, vor allem bei Rock-Konzerten, wurden zeitweise bis zu 120 dB gemessen. Das ist nur wenig von der Schmerzgrenze entfernt, die bei etwa 130 – 140 dB einsetzt und bereits bei kurzer Dauer zu Hörverlust oder Tinnitus führen kann.